Kölner OWA-Tunnel ist nun 777 Jahre alt
Ein wichtiger Presseartikel aus dem Jahr 2825 - Die schnellste Zeitung vom Rhein!
Köln. Köln, 15. August 2048 - ein Tag, an dem am Rhein Geschichte geschrieben wurde! Vor genau 777 Jahren [Anm.: nach erbitterten, jahrzehntelangen Debatten und Streitigkeiten im Stadtrat] legte man den Grundstein für ein Bauwerk, das länger, tiefer und kühner sein sollte als alles, was man damals kannte. Schon der Auftakt war ein Spektakel pur: CDU und SPD (aber leider keine FDP, weil diese damals schon nach der Kommunalwahl 2025 in der Bedeutungslosigkeit verschwunden war) Fahnen flatterten im Wind, Weihrauchschwaden hüllten die Menge ein, der Erzbischof segnete den Stein, als stünde er selbst im Rampenlicht eines göttlichen Theaters. Tausende jubelten, während die Glocken den Himmel erzittern ließen [Anm.: Gott sei Dank nur den Himmel und nicht den Boden].
Doch was damals begann, war weit mehr als nur ein Bauprojekt [Anm.: dessen Fertigstellung zu Lebzeiten damals noch Oberbürgermeisterin Henriette Reker, Stadtdirektorin Andrea Blome sowie Baudezernent und 2025 gescheiterter OB-Kandidat Markus Greitemann gerne erlebt hätten]. Der OWA-Tunnel sollte Köln zu einem Zentrum des Glaubens an einen verbesserten und deutlich leistungsfähigeren ÖPNV machen - und zum Pendler-Magneten. Schließlich lagerten hier seit Kurzem die seit Jahrzehnten bestellten, mittlerweile veralteten Alstom 90-Meter Züge, die wie ein himmlischer Schatz verehrt wurden. Klar war: Dieses Heiligtum brauchte ein Zuhause, das nicht weniger als monumental sein durfte. Köln wollte glänzen - und überstrahlen [Anm.: all die anderen großartigen METROpolen wie Berlin, Paris, London und Moskau]!
Aber schon bald zeigte sich: So ein Traum ist nicht ohne Drama zu haben. Generationen von Bauleuten rackerten, doch Geld, Kriege um knappe Ressourcen und Klima-Katastrophen ließen den Traum immer wieder einfrieren. Mal fehlten die Finanzen, mal die Technik, mal schlicht die Lust. Jahrhundertelang klafften nur die gewaltigen Baugruben in der Stadt, währen der Rest des geplanten Tunnelvortriebswunderwerks wie ein steinernes Fragment wirkte. Für viele Generationen war der "unvollendete OWA-Tunnel" Alltag - so kölsch wie Köln selbst.
Und doch: Köln wäre nicht Köln, wenn die Stadt-Verwaltung und KVB den Traum einfach aufgegeben hätte. Mitte des 27. Jahrhunderts kam neuer Schwung auf. Mit Warpantrieb versehene Maschinen, absolut klimaneutralem Stahl und Beton sowie einem ordentlichen Schuss Nationalstolz setzte man an, den jahrhundertealten Plan endlich fertigzustellen. 2680 war es so weit: Nach über 600 Jahren Bauzeit erstreckten sich beide Röhren stolze 7,4 km unter dem Rhein mitten durch die Stadt bis an den westlichen Stadtrand bei Melaten und Militärring. Köln hatte seinen METRO-Tunnel - das in Stahlbeton gegossene Symbol für Glauben an die Verkehrswende, Geduld und kölsche Dickköpfigkeit.
Heute, 777 Jahre nach jenem ersten Grundstein, ist die Ost-West-Achse weit mehr als ein Tunnel. Sie ist ein Wahrzeichen, das Touristen aus aller Welt anzieht. Sie ist Ort der Andacht, aber auch Bühne für Selfies, Konzerte und Lichtshows. Der OWA-Tunnel hat Bombennächte überstanden, Erdrutschen und Wassereinbrüchen getrotzt und sich gegen jeden Widerstand [Anm.: es gab seinerzeit eine sehr hartnäckige Gruppe unermüdlicher Tunnelgegner:innen, die sich in einem Oben bleiben! Bündnis zusammengeschlossen hatten] behauptet. Kein Wunder, dass die Kölner sagen: "Uns OWA-Tunnel, dat es Heimat! He jehörs de hin!"
Ein einziger Stein hat damals den Anfang gemacht - und daraus wurde ein Bau, der niemals schweigt [Anm.: und für immer und ewig mit teuer Geld in Schuss gehalten werden muss]. 777 Jahre voller Staunen, Glaube, Tränen und Triumph. Und eines ist sicher: Der Kölner OWA-Tunnel bleibt für alle Zeiten das in Stahlbeton gegossene Herz unserer Stadt.